Mehr als nur Beizjagd – Aufgaben moderner Falknerei
Falknerei ist mittlerweile viel mehr als ‘nur’ die Jagd mit dem abgetragenen Greifvogel. Wie umfangreich das Gebiet der modernen Falknerei ist, zeigt Achim Schmidt in einer neuen Artikelserie auf seiner Webseite www.falknerkunst.de .
Im ersten Teil seiner Serie beschäftigt er sich mit dem Bereich Pflege und Wiederauswilderung verletzter Wildvögel und zeigt vorallem auch die Risiken auf, welchen die wilden Greifvögel heute in der Natur ausgesetzt sind.
Link: Zum Artikel: Aufgaben moderner Falknerei: Pflege und Wiederauswilderung verletzter Greifvögel
Habicht – idealer Beizvogel für Kaninchen und Hase – aber auch für Krähen
Der Habicht ist in Deutschland einer der ganz klassischen Beizvögel. Zum einen ist der Vogel nicht nur recht kräftig, sondern auch extrem mutig. Er zeichnet sich vor allem durch seinen schnellen und wendigen Verfolgungsflug aus.
Der Flug des Habichts hat zum einen eine extrem große Startgeschwindigkeit. Durch diese Beschleunigung ist der Habicht seiner Beute meist schon nach relativ kurzem Flug sehr nahe. Desweiteren zeichnet sich der Flugstil durch die Wendigkeit des Vogels aus. Der Habicht ist in der Lage seine Beute wenig zu verfolgen, auch wenn es mal durch Stangenholz geht. Habichte sind extrem gute Flieger.
Die Beizjagd – jahrtausende altes Kulturgut
Die Beizjagd ist eine er ältesten Jagdformen, welche wir kennen. Die Menschen gingen schon seit je her zur Jagd. Bevor einfache Jagdwaffen wie beispielsweise Gewehre zur Verfügung standen, mußten sie sich auf andere Jagdhelfer verlassen, wollten Sie einfacher Erfolg haben.
In den Steppengebieten Asiens und Indiens ist so vor – vermutlich – mehr als 4000 Jahren die Beizjagd entstanden. Unter der Beizjagd versteht man die Jagd mit dem abgetragen – also dem vertrauten – Greifvogel. So war es den Beizjägern der damaligen Zeit einfacher schnelles Niederwild odergar Flugwild zu erbeuten.
Was ist Falknerei ?
Unter Falknerei versteht man zunächst die Jagd mit dem abgetragenen (gezähmten) Greifvogel oder Falken auf freilebendes Wild. Es ist eine der ältesten Jagdarten und eine besondere Jagdkunst, welche auch Beizjagd genannt wird. Derzeit sind Aktivitäten und Bemühungen am Laufen um die Falknerei bei der UNESCO als schützenswertes Kulturerbe anerkennen zu lassen.
Zur moderenen Falknerei gehört jedoch nicht nur die Jagd mit dem Greifvogel, sondern auch Zucht und Aufzucht von Greifvögeln, Pflege und Wiederauswilderung verletzter Greifvögel, Durchführung von Auswilderungs- und Wiederansiedlungsprojekten, Schutz der Greifvogelpopulationen und natürlich auch die Öffentlichkeitsarbeit um den Schutzgedanken zu unterstützen.
Link: Geschichte der Falknerei auf falknerkunst.de
Wie wird man Falkner ?
Die Falknerprüfung ist eine staatliche Prüfung, wird von verschiedenen deutschen Bundesländern durchgeführt und ist deutschlandweit gültig.
Die detailierten Prüfungsvoraussetzungen sind zwar von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, meistens wird jedoch ein entsprechender Falknerkurs mit praktischer und theoretischer Ausbildung in verschiedenen Fächern (Greifvogelkunde, Abtragen und Halten, Recht, Beizjagdpraxis, etc), sowie die bestandene Jägerprüfung verlangt.
Um die Falknerei aktiv ausüben zu dürfen muss der Falknerjagdschein gelöst werden. Voraussetzung zur Erteilung des Falknerjagdscheines ist die bestandene Falknerprüfung, die bestandene Jägerprüfung sowie eine entsprechende Jagdhaftpflichtversicherung.


