Bartgeier über Schillingsfürst
Mächtige Greifvögel sind die Bewohner von Schillingsfürst (Kreis Ansbach) bereits seit Jahren gewohnt, beheimatet die Gemeinde doch den Bayerischen Jagdfalkenhof im Schloss. Daher sind kreisende Weisskopfseeadler ebenso ein vertrauter Anblick wir die Jagd pfeilschneller Falken.
Doch dieses Jahr müssen sich die Einwohner an neue große und durchaus seltene Anblicke gewöhnen. So sind in den Flugvorführungen des Falkenhofes in diesem Jahr auch der seltene Schneegeier zu bewundern und der im Alpenraum wiederangesiedelte Bartgeier.
Dank eines Wiederauswilderungsprojektes sind mittlerweile wieder über 100 wilde Bartgeier-Paare in den Alpen zu zählen. Zu diesem Erfolg beigetragen hat auch Bartgeierdame “Biwo” des Bayerischen Jagdfalkenhofes am Schloss Schillingsfürst. In einer Zuchtgemeinschaft mit dem Zoo Nürnberg hat Biwo über 8 Jahre für Nachwuchs gesorgt und diesen auch liebevoll aufgezogen. Diese Jungtiere wurden dem Wiederansiedlungsprojekt zur Auswilderung zur Verfügung gestellt. Ende letzten Jahres kam Biwo wieder zurück nach Schillingsfürst.
Da hier derzeit kein artgleicher männlicher Vogel zur Verfügung steht, hat man sich seitens des Falkenhofes entschlossen den imposanten Vogel wieder der Öffentlichkeit zu präsentieren. “Es ist doch gut für das ganze Wiederansiedlungsprojekt, wenn wir hier unseren Besuchern die Möglichkeit geben, sich einmal ein Bild dieses mächtigen Vogels machen zu können. Wer einmal diese Vögel im Flug gesehen hat, wird die Wiederansiedlung sicher mit anderen Augen sehen” so Jürgen Kuhlmann, Inhaber des Jagdfalkenhofes.
Von Dienstag bis Sonntag ist der Bartgeier nun in der Nachmittagsvorstellung im freien Flug zu bestaunen. Bartgeier haben eine Flügelspannweite von bis zu 3 Metern und werden gute 8 Kilo schwer. Sie ernähren sich bis zu 80 Prozent von Knochen und Knochenmark. Dabei können Sie Knochenstücke bis zu einer Länge von 30 bis 40 cm in einem Stück verschlingen. Auch diesen Anblick zeigen die Falkner live. Damit ist der Bayerische Jagdfalkenhof Schillingsfürst die einzige deutsche falknerische und zoologische Einrichtung, in welcher man derzeit Bartgeier im Freiflug bewundern kann.
Neben dem Bartgeier sind auch alle weiteren europäischen Geierarten in der Greifenwarte zu sehen. Vom kleinen Schmutzgeier über den Europäischen Gänsegeier bis hin zum Mönchsgeier sind diese oft verächtlich als „Aasgeier“ beschimpften Vögel in der Anlage zu bewundern. Aber es geht auch noch größer! Denn derzeit wird hinter den Kulissen bereits ein weiterer mächtiger Geier trainiert. Bald wird neben dem Bartgeier auch noch der 11 Kilo schwere Schneegeier „Wanja“ mit einer Flügelspannweite von 3,3 Metern den Himmel über Schillingsfürst verdunkeln!
Aber nicht nur bei den Großen gibt es Zuwachs. Auch in der Kinderstube der Falknerei ist derzeit Hochbetrieb. Auch dieses Jahr ist die eigene Zucht wieder ein voller Erfolg. Nachwuchs gibt es bereits bei den Sakerfalken, der zweitgrößten Falkenart der Welt und auch bei den größten Falken, den nordischen Gerfalken hat sich schon Nachwuchs eingestellt. Neben den Falken ist auch ein kleiner Weisskopfseeadler geschlüpft und man erwartet in den nächsten Tagen und Wochen auch noch den erfolgreichen Schlupf von weiteren Weisskopfseeadlern, aber auch von Europäischen Seeadlern, Riesenseeadlern, Rotschwanzbussarden und Wüstenbussarden.
Einige der Jungvögel werden sicher auch in Zukunft dann in den Flugvorführungen der Falkner von Schillingsfürst zu bestaunen sein. Diese sind von April bis Oktober zweimal täglich (11 Uhr und 15 Uhr) im Schloss zu bewundern. Davor und danach gibt es Führungen durch das Barockschloss der Grafen und Fürsten zu Hohenlohe-Schillingsfürst.
Der Bayerische Jagdfalkenhof auf Schloss Schillingsfürst (zwischen Rothenburg ob der Tauber und Feuchtwangen über die A7, Ausfahrt Wörnitz) ist von April bis Oktober von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt zur Falknerei und ins Schloss kostet 7 Euro, Kinder ab 5 Jahren zahlen 4 Euro, Familienkarten gibt es für 20 Euro.
Fotogalerie:
Fotos (c) 1view.de
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